Serverhosting

Colocation, Mietserver oder eigener Serverraum?

Rechenzentrum mit Doppelboden, Serverschränken und Kabeltrassen unter der Decke

Meistens geht es dabei zuerst ums Geld. Wichtiger ist aber, wer nachts aufsteht und wer alle fünf Jahre neu investiert.

Der eigene Serverraum kostet mehr, als in der Rechnung steht

Ein Server im eigenen Haus wirkt günstig: Die Hardware ist bezahlt, der Strom läuft ohnehin, und der Raum war sowieso da. Dabei fehlen die Posten, die auf keiner Rechnung auftauchen, und gerade die sind die teureren.

Dazu gehören: unterbrechungsfreie Stromversorgung samt Batterietausch alle paar Jahre, Kühlung auch im Hochsommer, ein zweiter Internetanschluss für den Fall der Fälle, Zutrittsschutz, Brandmeldung. Vor allem aber die Arbeitszeit, die jemand für Überwachung und Wartung aufbringt. Rechnet man diese Zeit realistisch mit dem internen Stundensatz, verschiebt sich das Bild oft deutlich.

Es gibt trotzdem gute Gründe für den eigenen Raum: sehr große Datenmengen, die täglich lokal bewegt werden, Maschinensteuerungen mit harten Echtzeitanforderungen oder vertragliche Vorgaben, die eine Verarbeitung im Haus verlangen.

Colocation: Ihre Hardware im Rechenzentrum

Bei der Colocation bleibt die Hardware Ihr Eigentum und Ihre Bilanzposition. Das Rechenzentrum liefert Fläche, Strom, Kühlung, Anbindung, physische Sicherheit und Hände vor Ort, wenn jemand eine Festplatte tauschen muss.

Das lohnt sich vor allem, wenn Sie bereits in Hardware investiert haben, die noch gut ist. Oder wenn Sie etwas betreiben, das sich nicht mieten lässt, etwa GPU-Systeme für Simulationen oder sehr große Speicherverbünde.

Achten Sie beim Vergleich auf die Anbindung. Ein Rack mit 10-Gbit-Anschluss und der Möglichkeit eines CrossConnect direkt bis ins Rack ist etwas anderes als eine geteilte Leitung, deren tatsächliche Bandbreite von den Nachbarn abhängt.

Gemanagter Mietserver: keine Ersatzinvestition alle paar Jahre

Beim Mietserver gehört die Hardware dem Anbieter. Sie zahlen den Betrieb und müssen nicht alle vier bis fünf Jahre über eine Ersatzinvestition entscheiden. Fällt eine Komponente aus, ist das nicht Ihr Problem.

Was „gemanagt“ heißt, legt allerdings jeder Anbieter anders aus. Klären Sie ausdrücklich: Wer spielt Betriebssystem-Updates ein? Wer überwacht die Sicherung, und wer merkt, wenn sie ausfällt? Wer ist um zwei Uhr nachts erreichbar? Wenn eine dieser Antworten „Sie selbst“ lautet, haben Sie einen Server gemietet, gemanagt ist er dann nicht.

Wichtiger als der Standort ist die Sicherung

Egal, welchen Weg Sie wählen: Eine Sicherung im selben Brandabschnitt schützt gegen Festplattenausfall und versehentliches Löschen, aber nicht gegen Feuer, Wasser oder einen Verschlüsselungsangriff, der die erreichbaren Netzlaufwerke mitnimmt.

Die praktikable Antwort ist eine Übertragung in ein zweites Rechenzentrum, kombiniert mit einer Aufbewahrung, an die ein kompromittiertes System nicht herankommt. Und mit einer Überwachung, die meldet, wenn ein Lauf fehlschlägt, und nicht erst, wenn jemand die Sicherung braucht.

Der Test gehört dazu. Eine Sicherung, aus der noch nie jemand etwas zurückgeholt hat, ist eine Vermutung.

Woran die Entscheidung meistens hängt

Nach unserer Erfahrung entscheidet am Ende selten der Preis. Meistens geht es um die Verantwortung, also darum, wer angerufen wird, wenn alles steht. Solange das jemand im eigenen Haus nebenbei erledigt, ist der eigene Serverraum ein Risiko, egal wie gut die Technik ist.

Rechnen Sie einmal ehrlich durch, wie viele Stunden im Jahr für Ihre Server anfallen und was diese Stunden intern kosten. Legen Sie diese Zahl neben das Angebot eines Anbieters, dann fällt die Entscheidung meistens leicht, in die eine oder die andere Richtung.

Fragen Sie ruhig nach. Wenn Sie zu Ihrer konkreten Lage eine Einschätzung brauchen: Ein Telefonat kostet nichts. +49 202 271-2000 oder kostenlos 0800 271-2000.